28.01.2025

Autor:
Lesezeit: 4 Minuten
Verwandte Themen:
„Wir arbeiten schon lange mit unserer Bank zusammen, die kennt unser Unternehmen genau – wozu also noch zusätzlich Zeit in die Kommunikation mit der Bank investieren?“ Viele kleine und mittelständische Unternehmen denken genau so. Doch die Realität sieht anders aus.
Die Qualität Ihrer Bankenkommunikation kann entscheidend dafür sein, ob und zu welchen Konditionen Sie eine Kreditzusage erhalten. Gerade bei Finanzierungsfragen dient die regelmäßige Kommunikation mit Ihrer Bank als Problemlöser. Mit gezielter Kommunikation können Sie Bedenken ausräumen und den Weg für eine erfolgreiche Kreditvergabe ebnen.
In diesem Artikel informieren wir Sie über
Eine erfolgreiche Bankenkommunikation sollte nicht nur in Krisenzeiten stattfinden, sondern kontinuierlich gepflegt werden. Regelmäßige Gespräche, idealerweise alle drei bis sechs Monate, fördern das Vertrauen und stärken die Beziehung zu Ihrer Bank.
Stimmen Sie im Vorfeld die gewünschten Zeitpunkte und Inhalte der Gespräche mit Ihrer Bank ab.
Achten Sie darauf, Ihre Bank stets pünktlich zu den vereinbarten Terminen zu informieren.
Ehrlichkeit und Transparenz sind entscheidend für eine zielführende Kommunikation mit Ihrer Bank. Präsentieren Sie Ihre Zahlen klar und nachvollziehbar, anstatt Probleme zu verschweigen oder zu beschönigen. Dies schafft Transparenz für die Bank und stärkt Ihre Glaubwürdigkeit.
Es ist besser, schlechte Zahlen zu erklären, als sie zu verschweigen.
Eine vollständige Offenlegung aller relevanten Informationen ist unerlässlich. Nur eine vollständige Kommunikation schafft und stärkt das Vertrauen der Bank in Ihr Unternehmen.
Für börsennotierte Gesellschaften gibt es bedingt durch das Anlegerschutzverbesserungsgesetz (AnSVG) ad-hoc-pflichtige Mitteilungen. An diesen können sich auch nicht börsennotierte Unternehmen orientieren.
Die folgende Checkliste führt diese Mitteilungen sowie Beispiele für weitere Informationen auf, die für die Bank von Interesse sein können.
Stellen Sie Informationen unabhängig von der wirtschaftlichen Lage Ihres Unternehmens klar, offen und nachvollziehbar dar. Neben finanziellen Kennzahlen ist es wichtig, auch das „Betriebskapital“ zu präsentieren, das sich nicht direkt in Zahlen ausdrücken lässt.
Unter das Betriebskapital fallen beispielsweise
Pflegen Sie Ihre Liquiditätsplanung regelmäßig und präsentieren Sie diese bei Kreditgesprächen. So zeigen Sie Ihrer Bank, dass Sie Ihr Unternehmen im Griff haben und minimieren das Risiko höherer Finanzierungskosten.
Lassen Sie bei Ihren Aussagen keinen Raum für Spekulationen und verzichten Sie auf vage Formulierungen. Wecken Sie im Gespräch mit Ihrer Bank keine Erwartungen, die Sie gegebenenfalls nicht erfüllen können
Setzen Sie auf zielgerichtete Kommunikation und verlieren Sie sich nicht in Details. Stattdessen sollten Sie sich auf die wichtigsten Informationen konzentrieren.
Ändern Sie Ihre Perspektive: Was würde Sie am Unternehmen interessieren, wenn Sie ein Banker wären und bspw. einen Kredit zu vergeben haben?
Eine einheitliche Struktur und ein konsistentes Erscheinungsbild Ihrer Kommunikationsunterlagen schafft Klarheit und erleichtert der Bank die Bewertung der Informationsunterlagen. Dabei sollten Sie in Ihren Unterlagen Basisinformationen sowie aktuelle Informationen darstellen.
Basisinformationen:
Diese Daten bilden das Fundament der gesamten Kommunikation und bleiben weitgehend stabil. Anpassungen erfolgen nur selten, meist durch Aktualisierungen wie der Vorlage einer neuen Bilanz oder Änderungen im Gesellschaftsvertrag.
Aktuelle Informationen:
Im Gegensatz dazu beinhalten die aktuellen Informationen regelmäßige Berichte über den laufenden Geschäftsverlauf sowie bedeutende Veränderungen. Zudem geben sie einen Ausblick auf die erwartete zukünftige Geschäftsentwicklung.
Die Grundstruktur der Bankenkommunikationsunterlagen kann wie folgt aussehen:
| 1. | Zusammenfassung / Management Summary |
| 2. | Basisinformationen |
| 2.1 | Gesellschaftsvertrag |
| 2.2 | Handelsregisterauszug |
| 2.3 | Grundstücksunterlagen |
| 2.4 | Wertgutachten |
| 2.5 | Bilanzunterlagen |
| 2.6 | Organigramm |
| 2.7 | Organigramm |
| 3. | Aktuelle Informationen |
| 3.1 | Aktuelles von der Branche |
| 3.2 | Aktuelles aus dem Unternehmen |
| 3.3 | Finanzkennzahlen |
| 3.4 | Leistungskennzahlen |
| 3.5 | Bankenspiegel |
| 3.6 | Sicherheitenspiegel |
| 3.7 | Aktualisierte Soll-Ist-Vergleiche der Planzahlen |
| 4. | Ausblick |
Einheitlichkeit im Format der Kommunikationsunterlagen erleichtert der Bank die Zuordnung und Bewertung Ihrer Informationen. Bei einem unvermeidbaren Formatwechsel sollten Sie diesen bei Ihrer Bank ankündigen und begründen.
Vermeintliche Kleinigkeiten haben oft eine große Wirkung:
Wenn sich grundlegende Veränderungen im Unternehmen ergeben, sollten diese im Kontext der allgemeinen Marktentwicklung dargestellt werden. Beispielsweise kann ein Gewinnrückgang des Unternehmens in einem schwierigen Branchenumfeld anders bewertet werden als ohne Kenntnis dieses Kontexts.
Je persönlicher Sie den Kontakt mit Ihrer Bank gestalten, desto besser. Senden Sie Ihrer Bank nicht nur Unterlagen ohne persönlichen Kontakt. Durch regelmäßige Treffen bauen Sie ein persönliches Verhältnis zu den Bankmitarbeitenden – von Sachbearbeitern bis hin zu Entscheidungsträgern – auf.


